Wir gründen einen waldorforientierten Naturkindergarten in Erfurt

Aktuell
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„Die Berührung der Seele mit der Natur
macht den Verstand fruchtbar
und erzeugt Phantasie.“

Henry David Thoreau

Herzlich willkommen!

Als Elterninitiative gründen wir in Erfurt-Bischleben einen waldorforientierten Naturkindergarten. Ungefähr 20 Kindern im Alter von 2 Jahren bis zum Schuleintritt soll er Platz bieten. Betreut werden die Kinder werden zwischen 8:00 und 16:00 Uhr. Eröffnen wollen wir im September 2020.

Am Rand von Bischleben, direkt an der Gera gelegen, stehen uns zwei Gärten mit ihren Gartenhäuschen zur Verfügung. Dort werden wir unsere Idee eines Kindergartens umsetzen, in dem die Kinder naturnah und in liebevoller Atmosphäre aufwachsen können. Jedes Kind soll die Möglichkeit bekommen, seine Anlagen und Begabungen entsprechend seines Entwicklungsstandes frei zu entfalten.

Fast täglich werden wir draußen sein, in unserem Garten, im Wald, auf einer Wiese oder an der Gera. Wenn das Wetter dies unmöglich macht, dienen uns unsere gemütlichen Gartenhäuschen als Schutzräume. Wir haben kleine Küchen eingerichtet – so können wir mit den Kindern regelmäßig kochen und backen und uns aus dem, was wir geerntet haben, etwas Leckeres zubereiten.

In unserem Garten können die Kinder spielen, gärtnern und werkeln. Sie können sich verstecken, in einer Hängematte liegen aber auch beobachten, wie sich die Gera nach einem Regen verändert.

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Im Tagesablauf achten wir die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder. Die jüngeren brauchen natürlich mehr „Nestwärme“ als die älteren. Mit ihnen bleiben wir vorwiegend in unserem großen Garten. Und wenn wir mit ihnen kleinere Ausflüge in die nahe Umgebung unternehmen, können die größeren entscheiden, ob sie uns begleiten wollen oder lieber im Garten spielen wollen. Oft sind wir alle zusammen in unserem Garten.

An unseren Waldtagen sind wir mit den älteren Kindergartenkindern unterwegs. Wir treffen uns morgens im Garten und starten von dort aus zu unserem Aufenthaltsort – wetterfest ausgerüstet und immer gut gelaunt mit Rucksack, Isomatte und Proviant.
Manchmal werden wir auch alle gemeinsam im Wald sein – die Großen und die Kleinen – dabei lernen die Großen, Rücksicht zu nehmen und achtsam und unterstützend zu sein.

Fast den ganzen Tag halten wir uns in der Natur und im Garten auf – ohne Türen, ohne Wände und ohne Reizüberflutung. Unsere Kinder spielen, werken, toben, basteln, lauschen Geschichten, malen und singen wie in anderen Kindergärten – nur bewegen sie sich viel im Freien. Das fördert die Ausdauer der Kinder, ihre Motorik und die Körperwahrnehmung.

Spielmaterial gibt es in Hülle und Fülle: Äste, Blätter, Steine, … aber kein fertiges Spielzeug. Das regt die Fantasie der Kinder an und ihre Kommunikationsfähigkeit. Sie werden eigenständig und selbstbewusst.

Unsere Kinder lernen viel im sozialen Austausch miteinander und voneinander.
Sie helfen sich gegenseitig und passen untereinander auch auf, dass unsere Regeln eingehalten werden, denn die Notwendigkeit dieser Regeln können sie nachvollziehen.

Der natürliche Wandel in den vier Jahreszeiten vermittelt den Kindern intensive Eindrücke. Sie sind in Kontakt zur Natur und lernen Sinnzusammenhänge eigenständig zu begreifen, statt sie aus den Medien zu konsumieren – das ist wahrhaftiges und ganzheitliches Lernen.

Unser Wochen- und Tagesrhythmus und die kleinen Rituale im täglichen Ablauf der beiden Gruppen bilden einen verlässlichen Rahmen und geben den Kindern Sicherheit und Orientierung.

Für Kinder ist weder Nässe noch Kälte ein Problem – das ist beeindruckend, denn sie sind Entdecker und finden bei jedem Wetter etwas zum Spielen. Witterungsmäßig gekleidet und viel in Bewegung stärken sie ganz nebenbei auch ihr Immunsystem.

Für extreme Witterungsverhältnisse, oder wenn wir es mal kuschlig brauchen, stehen uns unsere warmen Hütten zur Verfügung.

Konzeption

„Das Kind in Ehrfurcht empfangen,
in Liebe erziehen
und in Freiheit entlassen“

Rudolf Steiner

Die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit ist die von Rudolf Steiner begründete Waldorfpädagogik. Das Zusammenwirken von Waldorf- und Naturpädagogik ist unsere Herzensangelegenheit, denn wir sind der Überzeugung, dass die im Waldorfkindergarten geförderten und gepflegten Basiskompetenzen der Kinder sich beim Spielen in der freien Natur am Besten und ganz selbstverständlich entwickeln können.
Mit unserer Arbeit möchten wir dem Schutz der Kindheit dienen, indem wir die altersgemäßen Lebens- und Entwicklungsbedingungen der Kinder achten und als Grundlage des pädagogischen Alltags ansehen. Dem Kind zu helfen, seine körperlichen und seelisch‐geistigen Fähigkeiten selbst zu entdecken und auszubilden, steht für uns im Vordergrund.
Wir wollen die Kinder auf ihrem Entwicklungsweg verantwortungsbewusst begleiten und ihnen liebevolle Vorbilder sein. Die pädagogische Arbeit im Kindergarten wird durch die persönliche Ausstrahlung der KindergärtnerInnen individuell geprägt.

Für neue Impulse und Anregungen sind wir immer offen.
Der Tagesablauf und das Geschehen in der Gruppe orientieren sich an den individuellen Bedürfnissen der Kinder.

Zum Lesen und Herunterladen:

Murmelbahn

Ernährung

„Erde die uns dies gebracht,
Sonne die es reif gemacht,
liebe Sonne liebe Erde,
euer nie vergessen werde“

Christian Morgenstern

Die Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil in unserem ganzheitlichen Konzept.

Zum Frühstück bringen sich die Kinder ihr gesundes und möglichst abfallfreies Frühstück von zu Hause mit. Es sollte auf süße Getränke und Süßigkeiten im Hinblick auf eine gesunde Ernährung verzichtet werden.

Unser Mittagessen wollen wir im Kindergarten oft selbst zubereiten. Da dies nicht an allen Tagen möglich ist, nutzen wir zusätzlich einen Essenanbieter, der biologisch-vegetarische Vollwertkost anbietet. In einem Wochenplan wird ersichtlich, an welchen Tagen wir selber kochen bzw. wann wir unser Mittagessen geliefert bekommen.
Die Vespermahlzeit wird im Kindergarten zubereitet.

Wenn es das Wetter zulässt, kochen und essen wir im Freien. Wir kochen über dem Feuer oder auf dem Herd, wir backen Brote und leckere Kuchen. Im Laufe der Zeit soll in unserem Garten auch ein Lehmofen entstehen.

In unserem Garten stehen Obstbäume und wir haben ein Kräuter- und Gemüsebeet. So können die Kinder im Jahreslauf beobachten, wie das heranwächst was sie gern essen. Die lieblichen Obstblüten, die bei einem Windstoß vom Baum „schneien“; kleine Früchte, die man in den Tagen danach schon erkennen kann und die immer dicker und runder werden; die Freude darüber, wenn etwas, um das man sich lange gekümmert hat endlich reif geworden ist und man es ernten kann; der Duft von Obst, Kräutern und Gemüse beim Schneiden, Kochen und Backen – all das bereichert die Sinneswelt unserer Kinder und lässt sie die Nahrung wertschätzen.

Wir sorgen für einen gemütlichen Frühstücksplatz im Freien und einen liebevoll gedeckten Tisch zu Mittag und zur Vesper. Mit einem Fingerspiel und einem kleinen Spruch beginnen wir zusammen unsere Mahlzeit, wir lassen es uns in Ruhe schmecken und Danken nach dem Essen.

Team

Zum 01.09.2020 suchen wir für unseren Naturkindergarten einen Erzieher bzw. eine Erzieherin.
Bewerbungen bitte per Email an: kontakt@waldorfpaedagogik-erfurt.de

Kathrin ist Waldorf-Kindergärtnerin mit Leib und Seele
Unsere Gründungs­kindergärtnerin Kathrin Junge

Ich wünsche mir Kollegen, achtsam, respektvoll, offenherzig und ehrlich, die liebevoll und aufmerksam die Kinder begleiten, ihre Arbeit im Kindergarten als Berufung erleben, und die sich mit der Wald- und Waldorfpädagogik auseinandersetzen.