Wir gründen einen waldorforientierten Naturkindergarten in Erfurt

Aktuell
Sobald das Begegnungsverbot aufgehoben ist, werden wir zu einem Treffen im Kinder-Garten einladen.

„Die Berührung der Seele mit der Natur
macht den Verstand fruchtbar
und erzeugt Phantasie.“

Henry David Thoreau

Herzlich willkommen!

Wir gründen einen Naturkindergarten in Erfurt-Bischleben. Maximal 20 Kindern im Alter von 2 Jahren bis zum Schuleintritt soll er Platz bieten. Betreut werden die Kinder in einer Nest- und einer Waldgruppe zwischen 8:00 und 16:00. Eröffnen wollen wir Ende August 2020 – vorerst mit einer kleineren Gruppe von maximal 12 Kindern.

Am Rand von Bischleben, direkt an der Gera gelegen, haben wir einen Garten gefunden, mit einem Bungalow darauf. Dort entsteht durch unsere Elterninitiative ein neuer Kindergarten. Hier wollen wir unsere Idee eines Kindergartens umsetzen, in dem die Kinder naturnah und in liebevoller Atmosphäre aufwachsen können. Jedes Kind soll die Möglichkeit bekommen, seine Anlagen und Begabungen entsprechend seines Entwicklungsstandes frei zu entfalten.

Fast täglich werden wir draußen sein, im Wald, auf einer Wiese oder an der Gera und in unserem Garten. Wenn das Wetter dies unmöglich macht, dienen uns der Bungalow und ein gemütlich ausgebauter Bauwagen als Schutzräume. Im Bungalow haben wir eine kleine Küche eingerichtet – so können wir regelmäßig backen und uns aus dem, was wir geerntet haben, etwas Leckeres kochen.

In unserem Garten können die Kinder spielen, gärtnern und werkeln. Sie können sich verstecken, in einer Hängematte liegen aber auch beobachten, wie sich die Gera nach einem Regen verändert.

* * *

In einer Nestgruppe betreuen wir die jüngeren Kinder. Wir sind mit ihnen sehr viel an der frischen Luft, aber meist noch auf unserem Gelände. Bei längerem oder starken Regen oder wenn es unbehaglich und kalt ist, spielen wir in unserer gemütlichen Hütte.

Mit den älteren Kindergartenkindern sind wir als Waldgruppe unterwegs.
Jeden Morgen treffen wir uns auf unserem Gelände und starten von dort aus nach dem Morgenkreis zu unserem täglichen Aufenthaltsort – immer gut gelaunt, wetterfest ausgerüstet, mit Rucksack und Proviant.

Fast den ganzen Tag halten wir uns in der Natur und im Garten auf – ohne Türen, ohne Wände und ohne Reizüberflutung. Unsere Kinder spielen, werken, toben, basteln, lauschen Geschichten, malen und singen wie in anderen Kindergärten – nur bewegen sie sich viel im Freien. Das fördert die Ausdauer der Kinder, ihre Motorik und die Körperwahrnehmung.

Spielmaterial gibt es in Hülle und Fülle: Äste, Blätter, Steine, … aber kein fertiges Spielzeug. Das regt die Fantasie der Kinder an und ihre Kommunikationsfähigkeit. Sie werden eigenständig und selbstbewusst.

Unsere Kinder lernen viel im sozialen Austausch miteinander und voneinander.
Sie helfen sich gegenseitig und passen untereinander auch auf, dass unsere Regeln eingehalten werden, denn die Notwendigkeit dieser Regeln können sie nachvollziehen.

Der natürliche Wandel in den vier Jahreszeiten vermittelt den Kindern intensive Eindrücke. Sie sind in Kontakt zur Natur und lernen Sinnzusammenhänge eigenständig zu begreifen, statt sie aus den Medien zu konsumieren – das ist wahrhaftiges und ganzheitliches Lernen.

Unser Wochen- und Tagesrhythmus und die kleinen Rituale im täglichen Ablauf der beiden Gruppen bilden einen verlässlichen Rahmen und geben den Kindern Sicherheit und Orientierung.

Für Kinder ist weder Nässe noch Kälte ein Problem – das ist beeindruckend, denn sie sind Entdecker und finden bei jedem Wetter etwas zum Spielen. Witterungsmäßig gekleidet und viel in Bewegung stärken sie ganz nebenbei auch ihr Immunsystem.

Für extreme Witterungsverhältnisse, oder wenn wir es mal kuschlig brauchen, steht uns unsere warme Hütte oder der Bauwagen zur Verfügung.

Konzeption

„Das Kind in Ehrfurcht empfangen,
in Liebe erziehen
und in Freiheit entlassen“

Rudolf Steiner

Die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit ist die von Rudolf Steiner begründete Waldorfpädagogik. Das Zusammenwirken von Waldorf- und Naturpädagogik ist unsere Herzensangelegenheit, denn wir sind der Überzeugung, dass die im Waldorfkindergarten geförderten und gepflegten Basiskompetenzen der Kinder sich beim Spielen in der freien Natur am Besten und ganz selbstverständlich entwickeln können.
Mit unserer Arbeit möchten wir dem Schutz der Kindheit dienen, indem wir die altersgemäßen Lebens- und Entwicklungsbedingungen der Kinder achten und als Grundlage des pädagogischen Alltags ansehen. Dem Kind zu helfen, seine körperlichen und seelisch‐geistigen Fähigkeiten selbst zu entdecken und auszubilden, steht für uns im Vordergrund.
Wir wollen die Kinder auf ihrem Entwicklungsweg verantwortungsbewusst begleiten und ihnen liebevolle Vorbilder sein. Die pädagogische Arbeit im Kindergarten wird durch die persönliche Ausstrahlung der KindergärtnerInnen individuell geprägt.

Für neue Impulse und Anregungen sind wir immer offen.
Der Tagesablauf und das Geschehen in der Gruppe orientieren sich an den individuellen Bedürfnissen der Kinder.

Zum Lesen und Herunterladen:

Murmelbahn

Ernährung

„Erde die uns dies gebracht,
Sonne die es reif gemacht,
liebe Sonne liebe Erde,
euer nie vergessen werde“

Christian Morgenstern

Die Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil in unserem ganzheitlichen Konzept.

Da wir keine eigene Küche haben, bringen sich die Kinder ihr gesundes und möglichst abfallfreies Frühstück von zu Hause mit. Es sollte auf süße Getränke und Süßigkeiten im Hinblick auf eine gesunde Ernährung verzichtet werden.
Für das gemeinsame Mittagessen nutzen wir einen Essenanbieter der biologisch-vegetarische Vollwertkost anbietet.

Für die Vespermahlzeit werden wir es vielleicht so einrichten, dass diese im Kindergarten zubereitet wird, jedoch können wir das zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sicher sagen.

Wir sorgen für einen gemütlichen Frühstücksplatz im Freien und einen liebevoll gedeckten Tisch zu Mittag und zur Vesper. Mit einem Fingerspiel und einem kleinen Spruch beginnen wir zusammen unsere Mahlzeit, wir lassen es uns in Ruhe schmecken und Danken nach dem Essen.

In unserem Garten stehen Obstbäume und wir haben ein Kräuter- und Gemüsebeet. So können die Kinder im Jahreslauf erfahren, wie das heranwächst was sie gern essen. Auch Früchte in Wald und Flur werden wir sammeln und verarbeiten.
Ab und an kochen wir etwas, unterwegs über dem Feuer, in unserem Kindergarten auf dem Herd, oder wir backen leckeres Brot oder Kuchen.

Die lieblichen Obstblüten, die bei einem Windstoß vom Baum „schneien“, die Freude darüber, wenn etwas, um das man sich lange gekümmert hat endlich reif geworden ist und man es ernten kann, der Duft von Obst, Kräutern und Gemüse beim Schneiden, Kochen und Backen – all das bereichert die Sinneswelt unserer Kinder und lässt sie die Nahrung wertschätzen.

Team

Zum 01.09.2020 suchen wir für unseren Naturkindergarten einen Erzieher bzw. eine Erzieherin.
Bewerbungen bitte per Email an: kontakt@waldorfpaedagogik-erfurt.de

Kathrin ist Waldorf-Kindergärtnerin mit Leib und Seele
Unsere Gründungs­kindergärtnerin Kathrin Junge

Ich wünsche mir Kollegen, achtsam, respektvoll, offenherzig und ehrlich, die liebevoll und aufmerksam die Kinder begleiten, ihre Arbeit im Kindergarten als Berufung erleben, und die sich mit der Wald- und Waldorfpädagogik auseinandersetzen.